HEALTHCARE UX
Pflegedienst DD

ROLLE
UX/UI Designer · Framer Developer
LEISTUNGEN
Desk Research · psychografische Zielgruppenanalyse · Informationsarchitektur · UX/UI Design · Responsive Framer Build
PROJEKTART / UMFANG
2 Wochen · Mehrseitige Service-Experience
PROJEKTSTATUS
Kundenprojekt · live umgesetzt
01 · AUSGANGSLAGE
Das Problem hinter der Oberfläche.
02 · RESEARCH & WISSENSGRENZEN
Was ich wusste und was Hypothese blieb.
Research wird nicht als Gewissheit verkauft. Die Trennung zeigt, worauf Entscheidungen tatsächlich beruhten.
METHODISCHE GRUNDLAGE
Desk Research und psychografische Zielgruppenanalyse zu Informationsbedarf, Bürokratiebelastung, Kostenfragen und Vertrauen in akuten Pflegesituationen. Die Erkenntnisse bildeten Designhypothesen; formale Nutzerinterviews lagen nicht vor.
BEKANNT
Pflegegrad, Leistungen, Kostenlogik und Kontaktwege mussten auf einer mehrseitigen Website verständlich zusammengeführt werden. Die angebotenen Pflegeleistungen und fachlichen Inhalte wurden aus dem bestätigten Projektumfang übernommen.
AUS DER ANALYSE ABGELEITET
Angehörige könnten eine ruhige Sprache, transparente Entscheidungshilfen und kontrollierbare Kontaktoptionen als entlastender erleben als Dringlichkeit oder Angstargumente.
NICHT BELEGT
Direkte Interviews mit pflegenden Angehörigen, Task-Completion-Daten, eine Conversion-Baseline und ein quantitativer Nachweis zur Wirkung einzelner Kostenmodule lagen nicht vor.
METHODE & RESEARCH-SYNTHESE
Entscheidungsbarrieren statt Annahmen sammeln.
Die psychografische Analyse betrachtete nicht nur Pflegeleistungen, sondern Schuldgefühle, Bürokratieerschöpfung, Kostenangst und den Wunsch, Würde und Selbstbestimmung zu bewahren.
SCHULD UND VERANTWORTUNG — Angehörige möchten helfen, ohne das Gefühl zu haben, jemanden abzuschieben.
BÜROKRATIEERSCHÖPFUNG — Pflegegrad, Kasse und Anträge erzeugen zusätzliche Last in einer ohnehin belastenden Situation.
FINANZIELLE UNSICHERHEIT — Hohe Eigenanteile und unklare Leistungen bedrohen das Gefühl familiärer Sicherheit.
WÜRDE UND NÄHE — Versorgung zu Hause ist emotional mit Identität, Kontrolle und vertrauter Umgebung verbunden.
03 · ABWÄGUNGEN & VERWORFENE RICHTUNGEN
Was nicht funktioniert hätte und warum.
ANSATZ A · LEISTUNGEN ZUERST — Eine klassische Leistungsübersicht hätte interne Kategorien erklärt, bevor Angehörige ihre eigene Situation einordnen können.
ANSATZ B · DRINGLICHKEIT UND ANGST — Kosten- oder Schuldargumente hätten kurzfristig Aufmerksamkeit erzeugt, aber in diesem Kontext Vertrauen beschädigt.
GEWÄHLTE RICHTUNG · RUHIGE ORIENTIERUNG — Situation anerkennen, Pflegegrad erklären, Möglichkeiten und Kosten vergleichen und erst danach persönlichen Kontakt anbieten.
04 · RESEARCHBASIERTE KERNENTSCHEIDUNGEN
Drei Entscheidungen mit sichtbaren Trade-offs.
01
Orientierung vor Anfrage
RESEARCH-SIGNAL · Nutzer kommen bereits überlastet. ENTSCHEIDUNG · Orientierung steht vor Anfrage. UMSETZUNG · Situation → Pflegegrad → Unterstützung → Kosten → nächster Schritt. TRADE-OFF · Kontakt erscheint später, dafür aus größerer Sicherheit heraus.
02
Nähe ohne Druck
RESEARCH-SIGNAL · Druck verstärkt Schuld und Misstrauen. ENTSCHEIDUNG · Nähe wird durch Sprache und Kontrolle vermittelt, nicht durch Verkaufsrhetorik. UMSETZUNG · Ruhige CTAs, klare Erklärungen und optionale Handlungsschritte. TRADE-OFF · Weniger künstliche Dringlichkeit zugunsten glaubwürdiger Betreuung.
03
Kosten transparent statt dramatisiert
RESEARCH-SIGNAL · Kosten und Pflegegrad sind zentrale Unsicherheiten. ENTSCHEIDUNG · Komplexität wird als Entscheidungshilfe sichtbar gemacht. UMSETZUNG · Auswahlmodule, Kostenvergleich und lineare Mobile-Zustände. TRADE-OFF · Mehr erklärender Inhalt, aber weniger Interpretationsarbeit für Angehörige.
05 · ENTSCHEIDUNGEN FÜR EINEN SENSIBLEN PFLEGEKONTEXT
Nähe entsteht durch Ruhe, Klarheit und Kontrolle.
Die Website begegnet Angehörigen in einer belastenden Situation. Jede Entscheidung reduziert Unsicherheit, ohne Angst, Schuld oder Zeitdruck als Verkaufshebel zu verwenden.
01
Von Überforderung zu Orientierung
Belastung einordnen → Pflegegrad verstehen → passende Unterstützung prüfen → Kosten vergleichen → nächsten Schritt wählen. Der Kontakt erscheint als Option am Ende einer Informationsstrecke, nicht als wiederholter Verkaufsdruck.
02
Warum der Kontakt bewusst später kommt
In der Strukturarbeit wurden servicezentrierte Einstiege und frühe, dominante Kontaktaufforderungen zugunsten einer geführten Orientierung verworfen. Der finale Aufbau beginnt mit der Situation der Angehörigen und führt erst nach der Klärung von Pflegegrad, Kosten und Ablauf zum persönlichen Kontakt.
03
Empathie ohne Angstverkauf
Keine Angst- oder Schuldverstärkung: Die Seite benennt Belastung, ohne Pflegeheimkosten oder familiäre Verantwortung als Druckmittel zu inszenieren. Nähe entsteht durch verständliche Sprache, konkrete Entscheidungshilfen und einen kontrollierbaren nächsten Schritt. Transparenz steht vor Anfrage.
04
Kosten und Pflegegrad als Entscheidungshilfe
Pflegegrad-Auswahl, Kostenvergleich, Hinweismodule, Leistungsübersichten, FAQ und Kontaktmodule bilden ein wiederverwendbares System. Zustände erklären Auswahl und Konsequenzen klar; auf Mobile werden Tabellen linearisiert und Inhalte nach Entscheidungsrelevanz priorisiert.
05
QA für belastete Nutzungssituationen
Überprüft wurden responsive Darstellung, Kontraste, Textbreiten, Touch-Ziele, Auswahlzustände, Navigation und Kontaktwege. Formale Usability-Tests in realen Pflegesituationen waren nicht Bestandteil des Projekts.
06
Ein Framer-System für ruhige Servicepfade
Umsetzung in Framer mit wiederverwendbaren Inhalts-, Kosten- und Kontaktkomponenten, responsiven Layoutregeln und einer mehrseitigen Informationsstruktur. Der Projektumfang umfasst die digitale Service-Experience; Pflegeberatung, medizinische Inhalte und operative Prozesse des Pflegedienstes lagen beim Kunden.
06 · VALIDIERUNG
Was überprüft wurde und was offen bleibt.
Nicht getestete Wirkung wird nicht als Ergebnis verkauft. Offene Fragen werden als nächster Research-Schritt sichtbar.
ÜBERPRÜFT
Responsive und funktionale QA · Kontraste und Textbreiten · Touch-Ziele · Auswahlzustände · Navigation · Links und Kontaktwege · Live-Veröffentlichung.
NICHT ÜBERPRÜFT
Verständlichkeit mit pflegenden Angehörigen · emotionale Wirkung der Sprache · Task Completion · tatsächliche Nutzung der Kostenmodule · Conversionwirkung.
NÄCHSTE SINNVOLLE TESTS
Qualitative Gespräche mit Angehörigen · moderierter Pflegegrad- und Kostenvergleich · mobile Nutzung unter realistischen Bedingungen · Auswertung von Formular- und Telefonanfragen.
07 · ERGEBNIS
Was aus dem Projekt entstanden ist.
Entstanden ist eine mehrseitige, responsive Service-Website, die Pflegegrad, Leistungen, Kosten und Kontaktwege in einer ruhigen Entscheidungslogik zusammenführt. Die Website wurde funktional geprüft und live veröffentlicht; Aussagen zur tatsächlichen Verständlichkeit oder Conversionwirkung sind ohne Nutzungsdaten nicht möglich.
REFLEXION
Bei sensiblen Pflegeentscheidungen ist Zurückhaltung kein Conversion-Verzicht. Die stärkste Entscheidung war, Unsicherheit durch Sprache, Struktur und transparente Handlungsoptionen zu reduzieren, ohne Angst oder Schuld als Verkaufshebel einzusetzen.
NÄCHSTER SCHRITT
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